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Feuerwerk und Feuerzwerg

 

Es war einmal ein Narr, der am Hof eines Königs lebte. Sein Name war Gianni, doch alle nannten ihn Feuerzwerg, weil er die Kunst des Feuerspuckens perfekt beherrschte. Aber zwergenklein, das war er nicht. Nun, ein wenig kleiner als andere Männer vielleicht. Ja, gut, ich gebe zu, er war wirklich sehr klein. Dennoch saß die Tochter des Königs gerne mit ihm zusammen, denn er konnte wunderbare Geschichten erzählen, brachte sie zum Lachen und war charmant. Man kann sagen, dass sie sich in ihn verliebt hatte.

 

Nun trieb sich am Hof des Königs auch der Prinz des Nachbarkönigreiches herum. Die Dienerschaft nannte ihn nur den schwarzen Franz. Das jedoch nur wegen seiner Haarfarbe und nicht wegen seines schlechten Charakters, wie sie natürlich immer wieder beteuerten. Dieser schwarze Franz war ebenfalls hinter der Prinzessin her. Er spionierte den beiden hinterher und erwischte sie im Garten.

 

Das gab natürlich einen riesigen Aufstand und der arme Feuerzwerg musste das königliche Schloss verlassen. Er tingelte über Jahrmärkte und trat in billigen Kneipen auf und es ging ihm so schlecht, dass er sogar bereit gewesen wäre, beim Dschungelcamp mitzumachen, wenn es das damals schon gegeben hätte.

 

Die Prinzessin wehrte sich inzwischen mit dem einzigen Mittel, das ihr blieb gegen die Hochzeit mit dem schwarzen Franz: Sie trat in den Hungerstreik. Und da es Zwangsernährungsmaßnahmen ebenfalls noch nicht gab, stand der König vor einem ernsthaften Problem. Zu allem Übel verließ auch noch der schwarze Franz den Hof des Königs, weil die Prinzessin schon ganz abgemagert und gar nicht mehr hübsch war.

 

So blieb dem armen König nichts anderes übrig, als nach dem Feuerzwerg suchen zu lassen. Der hatte zuerst auch seinen Stolz, doch als der König sich selbst auf den Weg machte und sich entschuldigte und Gianni hörte, wie schlecht es der Prinzessin ging, ließ er alles stehen und liegen. Also das hätte er, wenn er denn etwas hätte liegen und stehen lassen können, aber er hatte ja nix. Er reiste zusammen mit dem König zurück an den Hof.

 

Als die Prinzessin hörte, dass der Feuerzwerg angekommen war, fing sie sofort wieder an zu futtern, auch wenn der Feuerzwerg ihr versicherte, dass er sie so liebe, wie sie war. Egal, ob sie jetzt abgemagert war, sie so schlank wie vor dem Hungerstreik werden oder ob der Jojo-Effekt sie dick werden lassen würde. Der König erlaubte sogar, dass sie heirateten.

 

Und so wurde eine große Hochzeit vorbereitet. Als sich die Prinzessin jedoch zu dem Feuerzwerg hinabbeugte, um ihm den Ring an den Finger zu stecken, gab es einen lauten Knall. Und neben der Prinzessin stand nicht mehr der Zwerg, sondern ein großer, gut aussehender Mann. Gianni war nämlich ein verzauberter Prinz aus einem Nachbarkönigreich des Nachbarkönigreiches gewesen und nun erlöst worden.

 

Da feierten alle natürlich noch viel ausgelassener. Und ein großes Feuerwerk um Mitternacht gab es auch. Und als die beiden danach alleine waren, um die Hochzeitsnacht zu genießen, ui, da ging es ab … ne Rakete ist nix dagegen.

 

Feuer spucken konnte Gianni danach übrigens nicht mehr. Aber nach ein paar Jahren Ehe beherrschte das die Prinzessin perfekt. Aber keiner wagte, sie deshalb Feuerprinzessin oder so zu nennen.

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